Inklusion im Hause Amazon…
Sitzungsbericht des Inklusionsbeirates vom 21.04.2026
Am 21. April 2026 fand eine weitere Sitzung des Inklusionsbeirates des Landkreises Harburg statt. Erfreulicherweise waren diesmal alle Mitglieder vollständig anwesend. Als besondere Gäste durften wir Vertreter des Unternehmens Amazon begrüßen.
Am Standort Winsen (Luhe) beschäftigt Amazon rund 1.500 bis 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ziel des Besuchs war es, Einblicke in die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen innerhalb des Unternehmens zu geben.
Wie viele andere hatte auch ich im Vorfeld ein eher kritisches Bild von Amazon als Arbeitgeber. Umso überraschender und zugleich positiv war es, aus erster Hand zu erfahren, welche konkreten Maßnahmen im Bereich Inklusion umgesetzt werden.
Aktuell sind am Standort Winsen 53 Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen beschäftigt. Dazu zählen unter anderem Personen mit Autismus, psychischen Erkrankungen sowie Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Arbeitsplätze individuell gestaltet werden. Nicht jeder arbeitet im klassischen Vollzeitmodell oder im Schichtsystem – vielmehr wird gezielt darauf geachtet, die Tätigkeit an die persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.
Dieser Ansatz wurde von den Vertretern anschaulich beschrieben und wirkte insgesamt sehr praxisnah. Es wurde deutlich, dass Inklusion hier nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt wird.
Persönlich hat mich dieser Einblick nachhaltig beeindruckt. Mein bisheriges Bild von Amazon hat sich dadurch spürbar verändert. Gerade die Bereitschaft, Arbeitsplätze flexibel anzupassen und Menschen aktiv zu begleiten, ist aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt in Richtung echter Teilhabe.
Auch wenn derzeit 53 Beschäftigte im inklusiven Bereich tätig sind, sieht das Unternehmen hier noch weiteres Potenzial. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Amazon Führungen und Besichtigungen am Standort anbietet. So haben interessierte Menschen die Möglichkeit, sich direkt vor Ort ein Bild zu machen und gemeinsam mit Ansprechpartnern zu prüfen, welche Einsatzmöglichkeiten bestehen.
Dabei wird nicht nur geschaut, ob jemand „in ein System passt“, sondern vielmehr, wie ein Arbeitsplatz passend gestaltet werden kann. Genau dieser Perspektivwechsel ist es, der Inklusion im besten Sinne ausmacht.
Mein Fazit nach dieser Sitzung: Ein spannender und durchaus überraschender Einblick in ein Unternehmen, das sich – zumindest an diesem Standort – aktiv um inklusive Arbeitsmöglichkeiten bemüht. Ein Ansatz, der gerne weiter ausgebaut werden darf.